Titel

   

Zeitgenössische (Ver)Fälschungen von Bezirkshandstempelaufdrucken

     

Berlin-Neukölln (West) 9.7.48 nach Bln-Neukölln (West)

 

Berlin-Neukölln (West) 9.7.48 nach Bln-Neukölln (West)

     
Neukölln   Neukölln
     

Von Dr Böheim als "verfälscht" gekennzeichnete 60 Pf. rotkarmin (Mi SBZ 179b)
Der Handstempel Berlin 8 ist klar zu erkennen, es kann sich nicht um die Verfälschungen handeln, die ich an dem Brief rechts vermute.
Übrigens sind beide Briefe vom selben Absender am selben Tag in Bln.-Neukölln aufgegeben. Als Absender tragen beide Briefe einen Stempel mit einer Adresse in Berlin-Bohnsdorf (Ostberlin). Frankatur 76Pf. AK 15.7.48

 

Auch hier handelt es sich um verfälschte Handstempelaufdrucke.
Als Kind habe ich gehört, dass in Westberliner Postämtern, die auch Bezirkshandstempel mit der "3 Berlin"  hatten, Ziffernmarken so gestempelt wurden, dass nur "3 Berlin" ohne Stadtbezirk zu sehen war. Gelaufen ist der Brief bestimmt, er hat den Ankunftsstempel Berlin-Neukölln 1 - 15.7.48 und ist richtig frankiert mit 76 Pfennig.

 
     

Berlin-Karow (Ostberlin) 26.6.48 nach Bln.- Dahlem (West)

 

Berlin-Karow (Ostberlin) 26.6.48 nach Bln.- Dahlem (West)

     
Karow   Karow
     

Es handelt sich um eine zeitgenössische Fälschung.
An den gleichen Empfänger sind hunderte von diesen Briefen verschickt worden, alle von einem Absender
A. Lang, Berlin-Karow, Kreuzstr. 18
mit Fernporto frankiert und mit Eingangsstempel Berlin-Dahlem 27.6.48 5-6N.

 

Es gibt an den gleichen Empfänger auch Briefe, die mit den vier Markwerten der Arbeiterserie frankiert sind, der Absender ist
Andreas Langussis, Berlin-Karow, Kreuzburgerstr. 18.
Eingangsstempel Berlin-Dahlem 29.6.48 7-8V.
So ein Zufall, dass die Absender die gleiche Hausnummer haben.

 
     

Berlin-Karow (Ostberlin) 26.6.48 nach Bln.- Dahlem (West)

 

Berlin-Karow (Ostberlin) 26.6.48 nach Bln.- Dahlem (West)

     
Karow   Karow
     

Aus der gleichen Serie der (Ver)- Fälschungen aus Karow

 

Noch einer.
Übrigens gab es eine Briefmarkenfirma in Berlin-Karow, names Merkado & Langussis, mit der Adresse Kreuzburgerstr. 18. Der Name Merkado wird später auch auftauchen.

 
     

Berlin - Spandau (West) 30.6.48 nach Bln.- Spandau (West)

 

Berlin - Neukölln (West) 8.7.48 nach Bln. - Neukölln (West)

     
Spandau   Neukölln
     

Der Brief ist als Ortsbrief am 30.6. in Spandau gelaufen.
Er ist mit Ostberliner Handstempel 60 Pfennig, zwei Westberliner Posthorn-Netzaufdrucken und einer 10fach Frankatur versehen und 0,4 Pfennig überfrankiert.
Auf der 60 Pfennig ist auch nur Berlin zu lesen, auch hier fehlt der Teil des Stempels mit dem Bezirksnamen.
Der Brief hat einen Eingangsstempel 30.6.48.

 

Auch bei diesem Brief vom 8.7.48 habe ich keine Zweifel.
Die "helle" 60 Pfennig war zu der Zeit am Schalter nicht mehr vorhanden und die Handstempelaufdrucke von Berlin-Karow sind als gefälscht bekannt, also nicht auf dem Postamt erzeugt.
Übrigens taucht der Name "Merkado, Neukölln" öfter auf solchen Briefen auf. Merkado & Langussis war eine Briefmarkenfirma in Berlin-Karow. Offenbar hatte sich einer der Partner nach Westberlin abgesetzt.
Eingangsstempel Neukölln1 - 9.7.48

 
     

Zweifellos echte Handstempelaufdrucke in Westberlin und Ostberlin verwendet

     

Berlin-Tegel 8.7.48 (West) nach Bln.-?

 

Ortsbrief 8.7.48 innerhalb Berlin-Reinickendorf-West

     
Tegel   Reinickendorf
     

Das ist ohne Zweifel ein echter Bedarfsbrief mit 16 Pfennig als Ortsbrief korrekt frankiert.
Die Handstempelmarken wurden in Ostberlin und der SBZ vom 24.6.bis 2.7. verkauft und waren dort bis 10.7. frankaturfähig.
In Westberlin konnten sie sogar bis 12.7.48 verwendet werden.
Absender sind die Borsigwerke in Berlin-Tegel.

 

Mit einer 2 Pf. und einer 60 Pf. Handstempel, 2 und 6 Pf. Posthorn-Band und 2x25 und 10 Pf. 10fach frankierter Einschriebbrief.
Es handelt sich bestimmt um einen Sammlerbrief, den der Absender sich selbst geschickt hat. Er ist mit 76 Pf. richtig frankiert. Eingangsstempel Berlin-Reinickendorf-West 9.7.48.
Der Brief ist geprüft H. Schmidt und Busse BPP

 
     

Handstempel, 10fach, SBZ, 7.7.48 aus Bln.-Wannsee (West) nach Potsdam (Ostzone)

 

Berlin-Niederschönhausen (Ostberlin) 9.7.48 nach Bln.-Pankow (Ost)

     
Wannsee   Niederschönhausen
     

Leicht überfrankierter Einschreibbrief (89,8 Pfg) aus Berlin-Wannsee nach Potsdam mit zwei Handstempelmarken der Ostzone: 24 Pf. mit 36 Potsdam und 16 Pf. mit 36 Bornim. Potsdam ist nur wenige S-Bahnstationen von Wannsee entfernt. Bornim ist heute ein Ortsteil von Potsdam. Sicher kein Bedarfsbrief aber interessant . Die Rückseite des Briefes ist wahrscheinlich zu Prüfzwecken entfernt worden, die Handstempelmarken mit Prüfzeichen Ballschmidt BPP.

 

Dieser Brief, am 9.7.48 in Berlin-Niederschönhausen (Ostberlin) aufgegeben, ist bestimmt echt.
Ich selbst habe die 1 Mark Marke in Niederschönhausen gekauft und den Brief für meinen Vater zur Post gebracht.
Es ist ein Sammlerbrief, mit 1,36 als Einschreiben-Rückschein richtig frankiert.
Auf der Rückseite Eingangsstempel Berlin-Pankow 1 10.7.48