Titel

   

Brief vom 12.4.45 aus Berlin nach Meerane/Sachsen

 
Meerane
 

Dieser Brief wurde am 12.4.1945 in Berlin NW 7 nach Meerane/Sachsen aufgegeben. Das war 4 Tage, bevor die "Rote Armee" den Angriff auf Berlin startete. Der Kampf um die "Reichshaupstadt" endete am 2. 5. 1945 mit der Kapitulation. Die Stadt Meerane - Glauchau war am 14.4.45 von den Amerikanern eingenommen worden. Sie übergaben am 2.7.1945 große Gebiete die sie besetzt hielten, an die Sowjetische Armee, so auch Meerane und Glauchau. Irgendwie ist der Brief nach Meerane gelangt, wo er einen Stempel 20.7.45 bekam. Die Hitlermarke wurde geschwärzt und der Brief mit dem Vermerk versehen, dass er nach Glauchau in die Lessingstrasse 1 zuzustellen sei.

 

Brief vom Finanzamt 18.4.45

 
18.4. Finanzamt   Rückseite
     

Am 18.4.1945 ist dieser Brief vom Finanzamt Wilmersdorf an einen Empfänger in Charlottenburg abgeschickt worden. Seit 16.4.45 hatte die "Rote Armee" die Schlacht um Berlin begonnen. Der Empfänger war unbekannt verzogen, wie der Briefträger am 19.4. auf dem Brief vermerkt hat, ebenso auch der Wohnungsinhaber, bei dem der Empfänger wohl wohnte. Der Text lautet: "Beide Adressaten von Hardenbergstr. 14 unbekannt verzogen". Dazu ein Stempel - nicht ermittelt - Postamt Berlin-Charlottenburg.
Es ist gut zu verstehen, dass jeder, der konnte, die Stadt verlassen hat.

 
 
 

Das Sammelgebiet Berlin, eigentlich müsste es Westberlin heißen, beginnt im Michel-Katalog im September 1948 mit Nummer 1- 20, dem Satz mit dem Aufdruck " Berlin"  in schwarz auf der Kontrollratsausgabe II, der sog. Arbeiterserie.
Zu der Zeit war aber ein Teil der philatelistisch interessantesten Periode schon vorbei.
Die sog. Vorläufer und Mitläufer, die Ostfrankaturen in Westberlin, die Wirren um anerkannte und nicht anerkannte Postwertzeichen in Ost und West, um Nachgebühr hier und Nachgebühr da, sind ein aufregendes Sammelgebiet.
Die Belege aus der Zeit von der Währungsreform bis zur Einführung der Westmark als alleiniges Zahlungsmittel in Westberlin geben ein Bild von der Situation der geteilten

 

und blockierten Stadt und führen schließlich zum sog. Postkrieg.
Als Sohn eines Briefmarkensammlers und in jungen Jahren schon selbst sammelnd, kann ich mich an die Zeit meiner Jugend in Berlin gut erinnern. Ich möchte hier nur einige Belege zeigen, die die verworrene Lage in Berlin nach dem Kriege bis in das Jahr 1949 widerspiegeln.
Die Siegermächte hatten Deutschland unter sich in vier Zonen aufgeteilt, Berlin aber ausgeklammert und unter eine eigene Viermächteverwaltung gestellt.
So waren in Berlin vier Sektoren entstanden, die jeweils unter dem Oberbefehl eines Stadtkommandanten standen.
Die zivile Verwaltung des gesamten Stadtgebietes unterlag dem Magistrat von Groß-Berlin.

 
     
Reichsmark  

Reichsmark, noch aus der Nazizeit
Die Scheine zu 1 Mark und 2 Mark stammen aus der Zeit der Deutschen Rentenbank. Die Deutsche Reichsbank hat diese Werte nicht ausgegeben.
Sie waren bis zur Währungsreform als 1 und 2 Reichsmark gültig.


Die Inflation war im Jahr 1948 auf gewaltige Höhen geklettert, ein Brot kostete auf dem schwarzen Markt 300 Mark, eine Zigarrette 5 Mark. Die Geldmenge war auf ungeheure Summen angestiegen, weil während des Krieges immer neues Geld gedruckt worden war. Güter gab es im zerstörten Deutschland fast gar nicht, die Produktionstätten lagen in Schutt und Asche und was nicht zerstört war, wurde von den Russen als Reparationsleistung demontiert. Die Rationen, die den Menschen durch die Lebensmittelkarten zustanden, waren klein, jeder musste sehen, wie er seine Familie ernähren konnte.

 
 
 
 
Militärmark

Alliierte Militärmark


Die Vermehrung der Geldmenge kam aber auch noch dadurch zu Stande, dass die vier Alliierten ein eigenes Zahlungsmittel in Umlauf brachten. Mit der Militärmark wurde der Sold der Besatzungstruppen bezahlt. Die Scheine waren in Amerika gedruckt worden, aber die Amerikaner hatten den Russen Druckplatten überlassen. Wieviel darauf gedruckt worden ist, ist nicht bekannt. Die amerikanischen Soldaten konnten Militärmark in Dollar wechseln und in die USA übersenden, im Gegensatz zu den Russen, die ihre Militärmark nicht in Rubel tauschen konnten. Etwa die vierfache Menge an Dollar, die jemals in Deutschland an die Amerikaner an Sold ausgezahlt worden ist, ist in die USA gelangt. Offenbar kauften die Russen auch amerikanische Zigaretten und Schokolade. Ich selbst kann mich erinnern, dass russische Offiziere mit Bündeln von 1000 Markscheinen dieser Militärmark einkaufen gingen.

 
 
 
 

Die Bärenmarken der OPD Berlin und OPD Potsdam


 

Am 6. Juli, andere Quellen nennen den 4. Juli 1945, hatten die Westmächte ihre Sektoren in Berlin übernommen.
Bereits im Juni 1945 waren die sog. Bärenmarken erschienen, aber erst Anfang August (3.8.) in den Verkehr gebracht worden. Provisorien von unkenntlich gemachten Hitlermarken oder Ähnliches gab es in Berlin nicht.
Die Marken der OPD Berlin, auch gültig in der OPD Potsdam, werden den Ausgaben der Sowjetischen Zone zugeordnet. Sie waren aber auch in Westberlin gültig und wurden dort verkauft. Für kurze Zeit, vom 20. August bis 17. September 1945, wurden an Westberliner Postämtern auch die AM- Post Werte von 6, 8 und 12 Pfennig verkauft. Auf Protest der Sowjets wurde der Verkauf eingestellt, nur am Sammlerschalter Charlottenburg 2 waren sie weiter vorhanden. Sämtliche AM-Post Wertzeichen waren in Groß-Berlin gültig, weil Berlin zu der Zeit noch als Ganzes behandelt wurde.

 
Ersttagsbrief   3.8.45
 

Ersttagsbelege vom 3.8.1945 mit den 7 Werten der Bärenserie.

 
     
 

Bärensatz mit Stempel 2.8.45 Berlin - Steglitz

 
   
  Bärensatz 2.8.45  

Manchmal herrscht Verwirrung über den ersten Ausgabetag der Bärenmarken, weil auch Stempel vom 2.8.45 existieren. Nach Angaben in der einschlägigen Literatur handelt es sich dabei um Gefälligkeitsstempelungen.

     
 

Bärensatz mit Stempel 4.7.45 Berlin - Hermsdorf

 
   
  4.7.45  

Hier ein Datum 4.7.45. Ein Vorbesitzer hat oben links vermerkt: Ersttag?
Das Fragezeichen ist durchaus berechtigt, denn die Karte ist ohne Zweifel im Stempel zurückdatiert.

 
   
Bären
 

Alle Werte der Bärenserie gibt es auch in einer durchstochenen Version. Diese erschienen am 6. Dezember 1945 in einer kleinen Auflage.
Brief der 2. Gewichtsstufe korrekt frankiert mit dem Bärensatz durchstochen.

 
     
 

Einige Informationen zur Wiederaufnahme des Postverkehrs in Berlin 1945.
Am 19.6.1945 öffneten die Postschalter, aber nur für den Zahlungsverkehr. Briefe und Karten konnten noch nicht verschickt werden. So kam man auf die Idee, kleine Beträge zu überweisen und Nachrichten auf dem Zahlkartenabschnitt zu übermitteln.

Für die Übermittlung von behördlichen Nachrichten war eine sog. Stafettenpost eingerichtet worden, die bis 4.8.45 von Radfahrern durchgeführt wurde. Die Radfahrer hatten einen zweisprachigen Ausweis erhalten der helfen sollte zu verhindern, dass russische Soldaten die Fahrräder konfiszierten.
Außerdem existierte noch die sog. " Magistratspost ", die schon früher eingerichtet worden war und in die Stafettenpost überging.
Daneben gibt es noch den "privaten Postverkehr am 22. und 23.5.1945 ".

Am 3.8.45 wurde der Postverkehr innerhalb Berlins und in einige Orte der Ostzone für Postkarten und offene Briefe zugelassen.

Ab 6.8.45 war der Postverkehr mit der gesamten SBZ möglich. Orte jenseits der Oder und Neiße galten als Ausland, nach dort war kein Postverkehr möglich.

Am 13.8.45 wurden Einschreibbriefe zugelassen und mit Wirksamkeit zum 20.8.45 die sog. Briefsperre eingeführt. Für Privatpersonen waren nur Postkarten zugelassen. Firmenbriefe bedurften einer Genehmigung. Diese Briefsperre endete am 15.10.45

Ab 15.9.45 wurde Post aus der SBZ in Westberlin nicht mehr zugestellt, sondern bis 14.10. gelagert. Die Westmächte hatten keine Genehmigung zur Aufnahme des Postverkehrs am 6.8.45 für ihre Sektoren erteilt und so wurde die Zustellung der Post in den westlichen Sektoren wieder eingestellt.

Am 27.9.45 wurde als Gegenmassnahme Post aus Westberlin in Ostberlin nicht weitergeleitet. Auch diese Post wurde erst nach Aufhebung aller Sperren am 15.10.45 weiterbefördert. Westberliner gaben deshalb ihre Post in die SBZ in Ostberlin auf, die wurde befördert.

Der Postverkehr mit der Westzone wurde am 24.10.45 aufgenommen.

Auslandspostverkehr, nur mit Zensur, war ab 1.4.1946 möglich.

(Quelle: Aufsatz von Günter Klein: Der Wiederbeginn des Postbetriebes in Berlin nach dem Zusammenbruch 1945 in der Zeitschrift Philatelie und Postgeschichte 2006)

 
     

Magistratspost

 
Magistratspost   Rückseite
     

Bereits am 16. Mai 45 hatte eine Dienstpost ihren Betrieb aufgenommen. Die mit dieser Art von Post beförderten Briefe erhielten einen Stempelaufdruck oder einen schriftlichen Vermerk: Dienstsache des Magistrats - Sofort durch besonderen Boten abzutragen. Dieser Brief hat beide Vermerke, den Stempel und den maschinegeschrieben Text. Dafür fehlt ein Dienstsiegel des Magistrats. Wann diese Magistratspost in die Stafettenpost überging, ist nicht bekannt. Absender ist der Oberbürgermeister der Reichshauptstadt Berlin, Gruppenfahrdienstleiter, Berlin C2, Klosterstr. 71/72. Er ist gerichtet an die Fahrbereitschaft Friedrichshain. Links ist eine "5" vermerkt, vielleicht die Nummer des Boten.

 
 

Berlin-Neukölln 1 22.5.1945 Die Wiederaufnahme des Postbetriebes wurde verschoben

22.5.45   Text
     

Postkarte aus "BERLIN-NEUKÖLLN 1 22.5.45" mit rotem Ra2 "Gebühr bezahlt".

Text:
Berlin 22.5.45
Meine liebe Wanda!
Bei der Wiederöffnung des Postverkehrs in Berlin sollst Du, meine liebe Wanda, die ersten Zeilen erhalten.
Dein Männe

Die Wiederaufnahme des Postverkehrs war für den 22.5.45 vorgesehen.

Am 21. Mai erging folgende Anweisung:

- Die mit Vf vom 19.5.1945 für den 22.Mai angeordnete Wiederaufnahme des Postdienstes.......soll auf Anordnung der Besatzungsbehörde vorerst noch nicht erfolgen. Der Tag des Beginns wird später bekanntgegeben werden. -

Im Postamt Neukölln traf die Verordnung über den Widerruf der Wiederaufnahme des Postverkehrs erst am 23.5. ein, so wurden einige Belege innerhalb des gleichen Zustellbezirks befördert.
Gepr. Hans-Georg Schlegel

 

Postkarte vom Ersttag 3.8.45 innerhalb Ostberlins gelaufen

 

Rückseite

     
Ersttag   Rückseite
     

Postkarte vom Ersttag der Wiederaufnahme des Postverkehrs in Berlin. Stempel Magistrat der Stadt Berlin Postamt Berlin C 2 und Berlin C 25 3.8.45

 

Text: Lieber Richard! Zur Erinnerung an die heutige Wiedereröffnung des Postverkehrs nach dem Kriege diese Karte. Recht herzliche Grüße usw.

 
 

Westberlin

 

Westberlin

     
3.8.45   3.8.45
     

In Westberlin begann der Postverkehr erst am 6.8.45. Es waren aber auf Grund der Pressevöffentlichungen, dass der Postverkehr am 3.8. aufgenommen werden sollte, viele Briefe eingeliefert worden. Sie wurden gestempelt und blieben bis 6.8. zur Beförderung liegen.

 

Das Postamt Charlottenburg 2 hatte die Briefe mit dem Handstempel mit dem Unterscheidungsbuchstaben "w" - 3.8.45 24 versehen. Diese beiden Briefe oben, die sog. "Hentschelbriefe" sind philatelistisch beeinflusst. Die höheren Werte der Bärenausgabe waren nur durch Überfrankierung zu verwenden.

 
 

Ortsbrief innerhalb West-Berlins vom 4.8.1945

 

Fernbrief 8.8.45 nach Wilhelmhagen bei Berlin

     
Charlottenburg   8.8.45
     

Ersttag der Wiederaufnahme des Postverkehrs in Westberlin war der 6.8.45. So ist wohl auch dieser Brief aus Berlin-Charlottenburg nach Berlin-Wilmerdorf liegen geblieben. Der Stempel ist Charlottenburg 2 - 4.8.45 21 "w".

 

Am 6.8.45 wurde der Postverkehr mit der Ostzone wieder aufgenommen. Zwei Tage danach ist dieser offene Brief aus Berlin W 9 (Ost) nach Wilhelmshagen, mit 12 Pfennig frankiert, als Fernbrief gelaufen.

 
 
   

Einschreibbrief innerhalb Ostberlins vom 13.8.45

 
13.8.45
 

Am 13.8.45 wurden Einschreibsendungen zugelassen, für Privatpersonen waren aber ab 20.8. nur Postkarten erlaubt. Dieser Brief gehört zu denen, die noch vor der sog. "Briefsperre" befördert worden sind. Eingangsstempel Berlin-Wilhelmsruh 15.8.45.

 

Briefsperre

 
18.8.45   20.8.45
     

Am 20.8.45 trat die sog. Briefsperre in Kraft, die am 17.8. verfügt wurde. Diese beiden Briefe sind noch befördert worden. Privatpersonen durften jetzt nur noch Postkarten versenden. Der Stempel des zerstörten PA Pankow 2 wurde von Pankow 1 verwendet.
Auszug des Textes der Anordnung:

Magistrat der Stadt Berlin Bln-Charlottenburg 9, den 17. August 1945

Änderungen im Briefverkehr
Auf Anordnung der alliierten Kommandantur

.....Briefe von Privatpersonen dürfen mithin nicht mehr, solche von Firmen nur dann befördert werden, wenn sie eine besondere Bewilligung von dem zuständigen Kommandanten haben. Um Härten zu vermeiden, ist mit der Rückgabe der in Groß Berlin zu Unrecht eingelieferten Briefe erst mit dem 20. August zu beginnen, bis dahin sind sie nicht zu beanstanden.
....gez. Kehler

 

Einschreibkarte Frohnau (West) 22.9.45 nach Dresden

 

Text

     
Frohnau   Text
     

Während der Briefsperre ist diese Einschreibkarte aus Westberlin nach Dresden gegangen. AK Dresden 26.9.45

 

Aus dem Text ist ersichtlich, dass es sich bei der Korrenspondenz um Sammlerfragen handelt. Es wird aber auch die Briefsperre erwähnt.

 
 
 

Potsdam-Babelsberg (SBZ) 17.9.45 nach Berlin-Frohnau (Westberlin)

   
Babelsberg Text
   

Am 15.9.1945 wurde die Zustellung der Post aus der SBZ in Westberlin auf Beschwerde der Amerikaner unterbunden, die nur einen Verkehr innerhalb Berlins zulassen wollten. So wurde diese Post bis 14.10. gelagert. Am 15.10. wurde diese Postsperre aufgehoben.
Erst danach konnte diese Postkarte zugestellt werden.

Text der Karte:
Babelsberg d. 16.9.45
Meine lieben Kinder! Habt Dank für Eure lieben Zeilen vom 10.9. welche wir am 14.9. erhielten. Es geht bei uns noch immer sehr schlecht da jede Pflege fehlt. Nur Kartoffeln in Wasser gekocht ohne Gemüse oder Fett nur Salz, dann Brot mit etwas Zucker bestreut, vereinzelt eine Suppe aus Nährmitteln von gespendeten Liebesgaben. Ein erbärmliches Los - dieser Verelendung preisgegeben. In unserem Haushalt fehlt es vom Streichholz, Seife bis zu den notwendigsten Lebensmitteln. Der Dr. hatte 1/8 L. Milch verordnet und 1/4 Pfd. Nährmittel. Nährmittel pro Woche haben wir erhalten aber Milch ist für Kranke nicht da...
Es müsste ein Wunder geschehen - aber Wunder geschehen nicht mehr. Warum müssen wir für diese Verbrecher so leiden. Wenn es wenigstens für jeden Einzelnen von uns 50 gr Fett pro Woche gegeben würde, dass würde schon etwas helfen und Gemüse und etwas Obst....

 
   

Radebeul 17.9.1945 nach Berlin-Wilmersdorf (West)

   
Radebeul

Auch diese Karte ist in Westberlin erst am 15.10.45 zugestellt worden, denn nicht nur die Briefsperre bestand, wie im Text der Karte erwähnt, sondern die Karte ist in das Westberliner Postzustellungsverbot geraten.

Rückseite
>  

Text der Karte:
Radebeul 17.9.45
Liebe Elsa, lieber Leo!
Vielen herzlichen dank für Eure lieben Zeilen vom 27.8.45. Haben selbige schon beantwortet aber leider kam dieser Brief heute wieder zurück. Am Sonnabend habe ich auch einen mit nach Berlin gegeben aber auch dieser wird nun wieder zurück kommen, da keine Briefe mehr befördert werden. Habe Euch so vieles geschrieben aber heut muß ich eine ganz besonders wichtige Sache Euch mitteilen, daß wird Euch ebenfalls so erfreuen wie uns. Von Rolf erhielten wir einen Brief und sollten nun sehen ob wir Euch seine Anschrift mitteilen können.

Muß mich kurz fassen, damit Ihr seine Anschrift erhaltet. (folgt Adresse in Rommerskirchen bei Köln)
Post ist bis 10,10.45 zu senden an (folgt Adresse in Oschatz). Dort wird sie dann nach dem Westen mitgenommen.
Rolf ist am 22.7.45 entlassen worden aber nicht nach Berlin er wohnt bei alten Quartiersleuten und arbeitet als Maler. Es geht ihm gut nur sorgt er sich um seine lieben Eltern. Wie uns die Nachricht von Rolf erfreut hat könnt Ihr Euch wohl vorstellen, denn auch wir haben uns sehr um ihn gesorgt. Ach wenn wir uns nur einmal sehen und sprechen könnten. Vielleicht recht bald einmal.
Viele herzliche Grüße von Eurn Max & Lucie

 
 

Postsperre für Sendungen mit Bestimmungsort außerhalb Berlins

   
Ballenstedt Text
   

Berlin W 15 (West) 30.9.45 nach Ballenstedt (Harz) SBZ
Diese Postkarte aus Westberlin wurde ein Opfer der Postsperre, die am 27.9. aus Westberlin nach außerhalb eingeführt wurde.

Text der Anordnung:

An die Postämter im Bereich der britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszone

Einstellung des Postverkehrs nach außerhalb

Der gesamte Postverkehr aus dem eglischen, amerikanischen und französischem Teil Berlins in abgehender Richtung nach außerhalb der Stadtgemeinde Berlins gelegenen Orten ist eingestellt.....

Text der Karte:

Liebe Gerdi! 29.9.45
Leider ist die Zustellung der Post von auswärts, die für die nicht russ. besetzten Sektoren Berlins bestimmt, immer noch nicht geregelt, so daß wir nach wie vor ohne jegliche Nachricht von Dir sind. So weiß ich gar nichts von Dir. Ich hoffe, daß es Dir gut geht und Du alles zur Zufriedenheit Deiner selbst erledigen kannst. Bei Dir beginnen nun wohl schon die Abschiedsfeiern? Schade, daß ich nicht dabei sein kann. Nun, ich hoffe fest, Dich am 17.10 spätestens hier begrüßen zu können. Heute besorge ich Deine polizeiliche Ummeldung. Komm auf keinen Fall später, sonst gibt es große Scherereien......usw. persönliches.

Die Empfängerin kann den Termin sicher nicht eingehalten haben, denn die Post wurde erst am 15.10. wieder bearbeitet.

 
   

Berlin-Neukölln 18.10.45 nach Jüterbog SBZ

 
Neukölln
 

Ab 15.10.45 waren alle Postsperren aufgehoben worden. Dieser Brief konnte aus Westberlin in die Sowjetische Zone befördert werden.

 

Postkarte 24.10.45 Berlin SW 29 (West) nach Celle/Hannover

 

Text der Karte

     
24.10.45   Rückseite
     

Postkarte vom 24.10.45 aus Westberlin in die Westzone. Der 24. war der Ersttag der Aufnahme des Postverkehrs mit Westdeutschland.

 

Hier im Text wird aber auf eine schon empfangene Karte aus Westdeutschland geantwortet. War der Postverkehr Westdeutschland - Westberlin früher möglich als in der Gegenrichtung?

 
 

Einschreibbrief Bln.-Charlottenburg 29.10.45 nach Frankfurt/Main

 

Rückseite

     
Charlottenburg   Rückseite
     

Dieser Einschreibbrief ist 5 Tage nach Aufnahme des Postverkehrs mit Westdeutschland in Berlin aufgegeben worden.

 

Hat sich durch die Zensur die Laufzeit auf vier Wochen verlängert? Eingangsstempel Frankfurt/Main 26.11.45.

 
 

Berlin-NW 21 11.12.45 nach Prag

 

Berlin-Charlottenburg nach Oppeln 29.11.45

     
Prag   Oppeln
     

Im Dezember 1945 wollte ein Rechtsanwalt diesen Brief nach Prag versenden. Der Postverkehr mit dem Ausland wurde erst am 1.4.46 wieder aufgenommen. Die Notizen auf dem Brief deuten auf dieses Datum.

 

Die ehemals deutschen Gebiete hinter der Oder und Neiße galten schon als Ausland, ein Postverkehr mit dem Ausland war noch nicht zugelassen.

 
 
     
 

Brief mit verschiedenen Sonderstempeln zum Vereinigungsparteitag KPD - SPD zur SED 1946

 
   
  Vereinigungsparteitag  

Alle Stempel sind aus Berlin NW 7.

1.   20.4.1946 Parteitag der SPD 19.-20. April 1946

2.   21.4.1946 Vereinigungsparteitag der SPD und der KPD 21. - 22. April 1946

3.   11.2.1946 Deligiertenberatung der Freien Deutschen Gewerkschaften für
       das sowjetisch besetzte deutsche Gebiet 9. - 11. Februar 1946

4.   14.4.1946 Gemeinsamer Parteitag der SPD und KPD Groß - Berlin

5.   19.4.1946 15. Parteitag der KPD 19/20. April 1946


Ankunftsstempel Wiesbaden 1 18.5.46

     

Am 1.3.1946 trat eine Gebührenerhöhung in Kraft

 

Berlin N20 27 .2.46 nach Westdeutschland

 

Berlin-Steglitz (West) 1.3.46 nach Westdeutschland

     
27.2.46   Steglitz
     

Der Brief ist noch mit dem alten Porto, das bis 28.2.46 galt, frankiert. Er ist in Berlin N 20 aufgegeben und geht nach Westdeutschland, nach Altendorf in Mittelfranken.
Eingangsstempel Ansbach 8.3.46 und Lichtenau über Ansbach 9.3.46

 

Der Brief ist am ersten Tag der Gebührenverdoppelung aus Berlin-Steglitz nach Westdeutschland abgeschickt. Bemerkenswert ist, dass der Absender aus Berlin-Niederschönhausen ist, also Ostberlin. Wer vermeiden wollte, dass sein Brief in Ostberlin kontrolliert werden konnte, brachte ihn in Westberlin zur Post.

 
 

AM Postmarken in Berlin
Die AM Postmarken waren in allen Sektoren Berlins gültig. Vom 20.8.45 bis 17.9.45 wurden die Werte zu 6,8 und 12 Pfennig an Westberliner Postämtern verkauft. Dann wurde der Verkauf auf Intervention der Sowjets eingestellt.

In Westberlin verkaufte Marken Aug.-Sept. 1945

 

Postkarte 26.8.45 von Bln.-Charlottenburg nach Bln.-Südende

     
AM Post   Charlottenbg
     

Auf diesem Blatt hat sich ein Sammler alle Briefmarken, die am 18.9.45 an seinem Postamt Berlin NW 87 (Westberlin) erhältlich waren, abstempeln lassen.
Neben dem kompletten Bärensatz mit der 5 Pfennigmarke durchstochen, sind das auch die AM Post Werte zu 6, 8 und 12 Pfennig.

 

Wie oben schon gesagt, gab es Provisorien von unkenntlich gemachten Hitlermarken in Berlin nicht. Offenbar wollte Herr Kellermann, der diese Karte verschickt hat, das auch zeigen, die Hitlermarke ist nicht gestempelt. Warum sonst hat er die 6 Pfennig Marke daneben und nicht darüber geklebt?
Die drei Werte der AM Post Serie sind in Berlin-West in den Monaten August und September 1945 am Postschalter verkauft worden.
Die Karte ist total überfrankiert, die 6 Pfennig Bärenmarke hätte gereicht und wäre noch um einen Pfennig zu viel.

 
     

12.9.45 Berlin-Schöneberg nach Gössnitz/Thüringen (SBZ)

 

13.9.45 Berlin-Schöneberg nach Gössnitz/Thüringen (SBZ)

     
AM Post   AM Post
     

Auf diese Postkarte, Briefe waren nicht zugelassen, sind alle zu der Zeit erhältlichen Marken verklebt. Sicher eine Karte an einen befreundeten Sammler in Thüringen. Die Rückseite ist leer.

 

Auch hier gilt das vorher gesagte. Die Karte ist vom gleichen Absender an einen anderen Empfänger, aber im gleichen Ort in Thüringen gegangen.
Die Rückseite ist auch hier leer.

 
     

16.9.45 Berlin W 30 nach Chemnitz/Sachsen

 

16.9.45 Berlin-XCharlottenburg nach Chemnitz/Sachsen

     
AM Post   Chemnitz
     

Auch hier alle erhältlichen Marken verklebt vom gleichen Absender, aber diesmal abgeschickt in Berlin W 30 an einen Empfänger in Chemnitz.
Die Rückseite ist auch hier leer.

 

Diese Karte an den gleichen Empfänger wurde am gleichen Tag von einem anderen Berliner Postamt verschickt. Wie viele Karten mag der Sammler gemacht haben?

 
   

Ortspostkarte Berlin-Tempelhof 10.9.45

 
AM Post Tempelhof
 

Die Karte ist als Orts-Einschreiben um einen Pfennig überfrankiert. Bis 28.2.46 galten noch die altenTarife. Eine Ortskarte 5 Pfennig, Fernkarte 6 Pfennig. Dann trat eine Verdoppelung der Gebühren ein.

 
     

Postkarte 23.9.45 Berlin N4 (Ost) nach Greifswald

 

Text der Postkarte nach Greifswald

     
AM Post   AM Post
     

Postkarte eines Berlin-Besuchers aus der Ostzone an einen befreundeten Briefmarkenhändler in Greifswald. Hätte er sie in Westberlin aufgegeben, so wäre sie erst am 15.10. weiterbefördert worden.

 

Es ist ein interessanter Text auf dieser Postkarte. Die AM Post Werte waren nur im Westen der Stadt erhältlich. Hat der Absender gewusst, dass Post aus Westberlin nicht in die SBZ befördert wird und die Karte deshalb in Ostberlin aufgegeben?

 
     

Berlin-Charlottenburg (West) 17.9.45 nach Halle (Saale)

 

Berlin-Charlottenburg (West) 17.9.45 nach Halle (Saale)

     
Bln.-Charlottenburg   Charlottenburg
     

Aus Westberlin in die SBZ mit AM-Post-Marken frankierte Postkarte.
Eingangsstempel vorn Halle (Saale) 19.9.45
Ab 27.9. wurde Post aus Westberlin in die SBZ in Ostberlin bis 15.10. gelagert.

 

Karte vom gleichen Absender an den gleichen Empfänger vom selben Tag wie die daneben. Die Frankatur ist etwas anders, Beide Karten haben keinen Text, sind also reine Sammlerstücke.

 
   

Berlin-Heinersdorf (Ost) 1.10.45 nach Dresden

 
Heinersdorf
 

In Berlin-Heinersdorf (Ost) aufgegebene Postkarte nach Dresden. Die AM-Post-Marken waren in allen Sektoren gültig. Eingangsstempel rückseitig Dresden A 20 4.10.45.
Diese Postkarte wäre aus Westberlin nicht nach Dresden befördert worden. Hat sie der Absender deshalb in Ostberlin aufgegeben? Eine Absenderangabe fehlt, aber die Marken gab es nur in Westberlin, deshalb liegt der Gedanke nahe.

 
     

Mischfrankaturen mit AM-Postmarken

 

Berlin-Steglitz (West) 25.2.1946 nach Minden (Westdeutschland)

 

Berlin S 59 (West) 30.9.46 nach Kammermühle (Cottbus) SBZ

     
Steglitz   Berlin 59>
     

Einschreibbrief mit Bärenmarken und AM Post-Marken portogerecht als Doppelbrief frankiert.

 

Einschreibbrief mit Bärenmarken, AM Post und Kontrollrat I portogerecht nach der Gebührenerhöhung am 1.3.46 als Doppelbrief frankiert in die Sowjetische Zone.

 
   

Ersttagsstempel der Kontrollratsserie I (Ziffernserie)


Im Februar 1946 wurden laut Kontrollratsbeschluss Briefmarken herausgegeben, die für alle Zonen gültig sein sollten.
Die bis dahin gültigen Zonenmarken konnten bis Ende Oktober 1946 aufgebraucht werden.
Die französische Besatzungsbehörde führte aber in ihrer Zone eigene Marken ein und zwar für Baden, Rheinland-Pfalz und Württemberg-Hohenzollern.
Auch für das Saargebiet erschienen eigene Marken, zuerst in Markwährung, die dann im November nach Angliederung des Saargebietes in das franz. Wirtschaftssystem durch Marken mit Überdrucken in Franc ersetzt wurden.

 
Ersttag Ziffer
 

Anlässlich der Deligiertenberatung der Gewerkschaft ist dieses Ersttagsblatt der Gemeinschaftsausgabe erschienen.
Wieso ist aber die 2 Pfennig-Marke schon dabei? Die soll doch erst am 19. April 1946 erschienen sein. Dagegen fehlt die 3 Pfennig, die laut Michel am 11.2. erschienen ist.
Ein aufmerksamer Betrachter dieser Seite hat mich darauf hingewiesen, dass die 2 Pfennigmarke nicht von dem Sonderstempel getroffen, sondern von einem anderen Stempel entwertet wurde. Er vermutet, dass die ursprünglich dort klebende 3 Pfennigmarke abgefallen ist und von einem unwissenden Reparateur durch eine 2 Pfennig ersetzt wurde. Ich glaube, dass das so zutrifft. Danke an Burghard.

 
   

Markenheftchen der Ziffernserie

   
Markenheftchen 1. Seite 
   
Seite 3 2. Seite
   

Anfang 1947 erschien ein Markenheftchen für 3 RM. Auf der 3. Seite waren die Postgebühren vermerkt.

Die Zwischenseiten aus Seidenpapier enthielten Werbung und auch die Rückseite war mit Werbung bedruckt.

 
     

Fehldrucke

 
Eichel am Blatt
 
Eichel am Stamm
 
     
  Eichel  
     
 

Eichel am Blatt


Von den Bärenmarken gibt es eine große Zahl von Druckfehlern. Hier nur zwei Beispiele.


Eichel am Stamm

 
     
   
     
 
     

Sonderstempel und Block für die Flüchtlings- und Altershielfe

 

Berlin C2 (Ost) Sonderstempel 8. -15.12.1946 nach Berlin-Steglitz (West)

 

Flüchtlings-und Altershilfe Block

     
Flüchtlings- und Altershilfe   Block1

Block2
     

Sammler Einschreibbrief, überfrankiert, von der Briefmarkenausstellung für die Flüchtlings- und Altershilfe im ehem. Zeughaus im Ostteil der Stadt. Nach meinen Informationen waren die AM Post Marken am 31.10.1946 ungültig geworden. Wie kommen sie auf diesen Einschreibbrief?

 

Das ist das Blockpaar von der Briefmarkenausstellung für Flüchtlings- und Altershilfe im Zeughaus von Berlin.

 
     

Berlin-Charlottenburg 7.2.47 nach Emmendingen

 

Berlin-Charlottenburg 9.5.46 nach Frankreich

     
Charlottenburg   Charlottenburg
     

Wer aus der Ostzone einen Brief nach Westdeutschland schicken wollte, dessen Inhalt den Ostbehörden nicht bekannt werden sollte, der gab seinen Brief in Westberlin auf, zumal wenn es aus Potsdam nach Charlottenburg mit der S-Bahn keine große Mühe machte.

 

Aber auch in Westberlin wurde Post kontrolliert, dass war für Auslandsbriefe vorgeschrieben, wie dieser Brief zeigt. Er ist geöffnet und mit einer Banderole verschlossen: Examined by Civil Censorship Germany. Die Frankatur ist rätselhaft. Das Porto für Auslandsbriefe betrug zu der Zeit 75 Pfennig.

 
     

Berlin SW 11 4.4.46 nach USA

 

Berlin SW 11 5.6.nach Strassburg

     
4.4.46   Strassburg
     

Ab 1.4.46 waren Briefe in das Ausland zugelassen, allerdings nur mit Zensur.

 

Das Auslandsporto betrug 75 Pfennig. Es wurde am 15.9.47 auf 50 Pfennig gesenkt.

 
     

Ortsbrief Einschreiben nach der Gebührenerhöhung am 1.3.46 in Reichsmark

 

Fernbrief Einschreiben 2. Gewichtsstufe nach Westdeutschland 14.5.48

     
N 20   Berlin N20
 
     

Alle Gemeinschaftsausgaben waren in Berlin gültig

 

Alle Gemeinschaftsausgaben waren in Berlin gültig

     
Spandau   Charlottenbg
 
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