Titel

Ich möchte auf die Weise mit anderen Sammlern dieses Gebietes in Kontakt kommen. Es würde mich freuen, wenn Sie mir schreiben würden. Über den Link "Kontakt" können Sie mich erreichen.
Meine Sammlung befasst sich mit der Feldpost der schwedischen Schutztruppe.
Auf meiner Internetseite gliedert sie sich in drei Teile. Der erste Teil dient als Einführung in das Sammelgebiet, der zweite Teil zeigt interessante Belege, auch aus Schweden an die Truppe oder den Postmeister, im dritten Teil sind Briefe nach dem Aufgabedatum aufgelistet und, wenn nötig, mit Erklärungen versehen.

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Nach dem Versailler Vertrag wurde das Saargebiet vom Deutschen Reich getrennt.
1920 wurde es mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt.
Nach diesen 15 Jahren, also 1935, sollte eine Volksabstimmung über den zukünftigen Status des Saarlandes entscheiden.
Es war ein hitziger Wahlkampf entbrannt und " ...um die Einflussnahme der einzelnen Interessengruppen nicht ausufern zu lassen und um die Volksabstimmung im Saarland ordnungsgemäß und auch ohne Störungen und vor allen Dingen auch ohne Wahlfälschungen durchführen zu können, entsendet der Völkerbund verschiedene Truppenkontingente in der Stärke von 3500 Mann, die diese Absicherung garantieren sollen". (Völkerbundrat in seiner Festlegungsentscheidung zur Volksabstimmung vom 4.6.1934)

 
Postkarte
 

Der Völkerbund ersuchte um Entsendung von Truppen aus Grossbritannien, Schweden, Niederlande, Italien.

   
     

Alle diese Truppen hatten ihre Feldpost. Die Niederländer hatten keinen eigenen Stempel um die Marken zu entwerten, die Briefe wurden im Zug Emmerich-Amsterdam entwertet und gingen dann in die niederländische Post. Sie sind nur am Absender zu erkennen. Nur Dienstbriefe trugen das Wappen des Marine-Corps und zusätzlich einen Stempel "Saartroepen". Einschreibsendungen waren nicht zugelassen.

 

Brief der ital. Truppen vom Sonntag 13.1.35, Tag der Abstimmung

 

Brief der brit. Truppen vom 5.2.35

     
Italien   Englischer Brief
     

Die meisten Briefe des italienischen Kontingents tragen das Datum des Abstimmungstages. Es sind wohl Souvenirs. Es galt das ital. Inlandsporto. Truppenpost wurde auch unfrankiert befördert. Der Empfänger in Italien hatte nur das normale Porto nachzuentrichten. Statt der Uhrzeit trägt der Stempel eine römische Ziffer, die das Jahr der "faschistischen Zeitrechnung" angibt. (Mussolinis Marsch auf Rom 1922)

 

Alle eingelieferten Briefe waren gebührenpflichtig.
Auch Einschreiben waren zugelassen.
Die Frankierung erfolgte zu ermäßigter Gebühr mit britischen Freimarken. Die versiegelten Postbeutel kamen über Dover und Calais in London in den normalen Postverkehr.
Die Brigade der 12. Royal Lancers war zuvor in Ägypten stationiert.

 
     
     
     

Die Schweden entsandten ein Kontingent von 261 Mann.
Sie erreichten am 22.12.1934 das Saargebiet und errichteten ihr Hauptquartier in der Stadt Merzig. Ein kleiner Teil der Truppe wurde im Nonnenkloster in Beckingen und ein anderer in Mettlach untergebracht.
In der Zeit vom 23.12.34, dem ersten belegten Datum des Poststempels - Svenska Bataljonen Saar - , bis zum 17.2.1935 wurden etwa 20.000 Sendungen aufgegeben.
Im Saarland angekommen sind etwa 7.600 Sendungen. Besonderer Andrang herrschte am 16.2.35, dem letzten Tag der Posteinlieferung.
Am 18.2.1935 verließen die schwedischen Truppen das Saarland in Richtung Heimat. Die Angehörigen der schwedischen Schutztruppe erhielten einen Feldpostbrief (Typ M 2) und eine Feldpostkarte (Typ Mbk 4) je Woche.
Bei der Feldpostkarte handelt es sich um eine Karte mit Zusatz „MILITÄRBREVKORT“ in schwarz auf gelblich-grauem Karton.
Im Wertzeichen ist „AVGIFTSFRITT“ (kostenlos) vermerkt.
Insgesamt wurden 2.084 Feldpostbriefe und die gleiche Anzahl Karten an die Truppe verteilt. Trotz der relativ geringen Zahl dieser Briefe und Karten sind viele zu Gefälligkeitsabstempelungen gebraucht worden.

 

Feldpostbrief Type M2

 

Feldpostkarte Mbk 4

     
10.1.35   Brefkort
     
   

16.2.35 Letzttag

Militärbrev 16.2.35


Feldpostmarke
  Rückseite
     

Der Feldpostbrief vom Typ „M 2“ ist ein Umschlag aus bräunlichem Papier. Der Brief trägt das Absendedatum 16.2.35. Das war der Letzttag der Schwedischen Feldpost im Saarland.
Am 18.2. um 5:30 Uhr morgens verließ die Truppe ihren Standort in Richtung Heimat. Siehe dazu die Postkarte vom 16.2.35 in Teil 3 dieser Webseite.

 

Unter der Verschlussklappe war eine gummierte Antwortmarke (Svarsmärke) vom Typ „kleines Reichswappen“ eingedruckt mit dem Zusatz „FÄLTPOST“ ohne Umrandungslinien. Da dieser Brief am letzten Tag abgeschickt wurde, konnte die Antwortmarke wohl nicht mehr verwendet werden. Benutzt wurden die M2 Briefe aber bis 1939, z.B. bei Manövern.

 
     

Es gibt von den Abstempelungen am 13. 1. 35 drei verschiedene Stempel. Der Grund für die unterschiedlichen Stempel ist nicht ganz geklärt.
Der Stempel mit der Antiqua Ziffer in der Tagesangabe und der Grotesk Ziffer in der Jahreszahl soll der eigentliche Stempel der schwedischen Saartruppe sein. (Type A)
Die schwedische Post erklärt das so, dass der Anfall von Post am 13. Januar, dem Tag der Abstimmung, so groß war, dass nicht alle Briefe in Merzig gestempelt werden konnten. Die nicht abgefertigten Briefe, 200 bis 300 an der Zahl, seien erst nach der Rückkehr der Truppen in Schweden gestempelt worden. Dabei ist bei der Rückdatierung das Missgeschick passiert, dass die Grotesk "3" des Tagesdatums durch eine Antiqua "3" ersetzt wurde. (Type B)
Bei der Type C nahm man an, dass es sich um einen Falschstempel mit fest eingraviertem Datum handelt. Vielleicht hatte aber auch Postmeister Svenmarck einen zweiten Stempel angeschafft, um das große Aufkommen von Post am Tage der Abstimmung zu bewältigen. Man weiß, dass er eine Hilfskraft beschäftigt hat. Vielleicht hat dieser Soldat die einfache Post bearbeitet und der Postmeister selbst die wichtgen Briefe. Das wäre auch eine Erklärung, dass bisher kein Einschreibbrief und kein Dienstbrief mit diesem Stempel aufgetaucht ist.

     
Gävle 13.1.

Stempel
13.1.grotesk
     

Drucksache vom Tage der Abstimmung, richtig frankiert mit 5 Öre - " 3 "   von 13. in Antiqua. So soll der Originalstempel aussehen. Type A

 

Brief vom Tage der Abstimmung, richtig frankiert mit 15 Öre - Ziffer " 3 "   von 13. in Grotesk. Das soll der verwechselte Stempel sein. Type C

 
     

13.1.35

 
  13.1.35  
     

Diese Umschläge mit dem Absender des Saarbatailons war den Offizieren und dem Postmeister vorbehalten. Es ist eigentlich nicht anzunehmen, dass der Postmeister einen solchen Brief vier Wochen später nachgestempelt hat.
Stempel Type B.

 
     

Sonntag 13.1.35 Tag der Abstimmung

 

Sonntag 13.1.35 Tag der Abstimmung

     
Brief 13.1.35   13.1.35
     

Feldpostbrief M 2
Dieser Brief trägt das Datum des Abstimmungstages. Ankunftsstempel auf der Rückseite - Stockholm 15.1.35. Die eingedruckte Rücksendungsmarke ist vorhanden. Nach Angaben in der einschlägigen Literatur (Brodowski/Gill) soll dieser Stempel mit der runden " 3 " im Tagesdatum und der "1"  mit Füßchen, der gebräuchliche der schwedischen Schutztruppe gewesen sein. Er wird als Type A bezeichnet.

 

Dieser Brief, ebenfalls mit dem Datum vom 13.1., zeigt im Stempel eine andere Form der "3" im Tagesdatum.
Ein Eingangsstempel ist nicht vorhanden.
Die Antwortmarke unter der Briefklappe ist ausgeschnitten, der Brief war offensichtlich nicht zugeklebt, ist aber mit einem Absender versehen.
Das Tagesdatum zeigt eine "3" mit spitzem Kopf und eine "1" in der Monatsangabe mit Füßchen. Type C

 
 
 

Vom 13.1., dem Tag der Abstimmung, wollten viele Sammler einen Brief gestempelt erhalten, manche aber auch gleich mehrere.

 
 
Tag der Abstimmung   13.1.
     
13.1.   13.1.
     

Diese vier Briefe haben keinen Absender, sind verklebt und nie geöffnet worden, also reine Sammlerbriefe. Es fällt auf, dass sehr viele dieser kleinformatige Briefe mit dem Stempel Svenska Bataljonen Saar existieren. Das liegt wohl daran, dass die Sammler mehrere davon in ihre Kuverts bekamen, die sie an den Postmeister schickten. Type A

 
 
 

In dem Buch über die Truppenpost der Abstimmungstruppen Saar 1935 von Klaus Brodowski und Walter Gill sind die Daten der Verwendung der einzelnen Stempeltypen aufgelistet.

 
 
Stempel 28.12.34 30.12.34 13.1.rund 13.1.35
       

23.12.34 - 28.12.34

29.12.34 - 30.12.34

31.12.34 - 13.1.35 Type A

13.1.35 Type B

       
13.1.spitz 23.1.35 30.1.35 31.1.35
       

13.1.35 Type C

14.1.35 - 28.1.35

29.1.35 - 30.1.35

31.1.35 - 17.2.35

       

Auf Militärbriefumschlägen der Type M 1, Ausgabejahr 1929, findet man auch den Stempel Type C vom 13.1.35. Auch hier gibt es keine Briefe mit Ankunftsstempel und die Umschläge sind gar nicht oder nur sehr sparsam beschriftet. Häufig taucht dieselbe Adresse auf.

Stempel auf M1

Dieser Stempel ist mit Sicherheit falsch. Er taucht auf Mischfrankaturen mit Saarmarken auf, die es eigentlich nicht gegeben hat oder auf Blanko-Umschlägen, mit häufig nur mit Bleistift geschriebenen Empfängeradressen. Type D

Falschstempel
 
     

M1 Militärbriefkuverts von 1929 mit dem Stempel von 1935

     
M1 Kuvert   M1 Kuvert
     

Diese M1 Kuverts waren eigentlich nicht mehr im Gebrauch. Sie kommen wohl ausschließlich mit dem Stempel vom 13.1.35 mit der spitzen "3" vor.

 

Es könnte sich um Gefälligkeitsstempelungen handeln.
Bei beiden Briefen ist die Antwortmarke ausgeschnitten. Ein Absender ist nicht angegeben.

 
     

Falschstempel

     
  Fälschung
     

Diese Stempelfälschung kommt häufig auf Mischfrankaturen von schwedischen Marken und Saarmarken vor, die es so nie gegeben hat. Der Stempel ist leicht als Fälschung zu erkennen, er ist kleiner und besonders die Sterne zeigen den Unterschied zum echten Stempel.

 

Hier der Falschstempel auf einer Saarmarke.
Das Stempeln von Saarmarken mit dem Batallionsstempel war verboten.
Auffällig ist, dass die gefälschten Briefe häufig keine Adresse besitzen oder diese nachträglich eingesetzt wurde.

 
     

Samstag 16.2.35 Letzttag

 
  Saarmarke mit Batallionsstempel  
     

Aber wie die Regeln auch sind, es gibt immer wieder Ausnahmen. Auf diesem Brief ist der Batallionsstempel auf einer Saarmarke abgeschlagen. Die Saarmarke spielt für die Frankatur keine Rolle, sie ist auch mit Bleistift als ungültig gekennzeichnet, aber der echte Stempel ist drauf.

 
     

Da bei weitem nicht genügend Feldpostbriefe und Karten zur Verfügung standen, wurden auch Briefe frankiert vorgelegt.
Dazu sollten saarländische Frankaturen verwendet werden.
Das Porto für diese Sendungen betrug für gewöhnliche Briefe 1.50 Franc und für Postkarten 0.90 Franc, umgerechnet 40 bzw. 25 Öre.
Den Truppenangehörigen waren die saarländischen Auslandstarife aber zu hoch. Sie wehrten sich, und
ab 10.1.35 konnten Briefe mit schwedischen Marken frankiert zum schwedischen Inlandsporto verschickt werden.
Warum allerdings so viele überfrankierte Briefe verschickt worden sind, ist bei diesem Hintergrund nicht ganz verständlich.
In den meisten Fällen allerdings handelt es sich  um Sammlerfrankaturen.
Echte Bedarfsbriefe sind selten, sie sind wohl zum großen Teil vom Empfänger vernichtet worden.

An den schwedischen Postmeister wurden die Marken der Reichstagsserie geliefert, die am 10.1.35 erschienen.
Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass Soldaten eigene Briefmarken mitgebracht hatten oder diese aus der Heimat zugesandt bekamen.
Alle gültigen schwedischen Marken konnten auf den Feldpostbriefen verwendet werden.

  • Briefe bis 80 g 15 Öre
  • Briefe bis 125 g 30 Öre
  • Briefe bis 250 g 45 Öre
  • Briefe bis 500 g 60 Öre
  • Postkarten 10 Öre
  • Drucksachen bis 100 g 5 Öre
  • Drucksachen bis 250 g 10 Öre
  • Pakete bis 1kg 60 Öre
  • Einschreibegebühr 20 Öre
  •  
         

    29.12.34 Merzig nach Stockholm

     
      29.12.  
         

    Mit Saarmarke frankierter Brief. 1,50 Franc war das saarländische Auslandsporto. Der Brief ist richtig frankiert.
    Wer mehr als einen Militärbrief und eine Militärpostkarte pro Woche verschicken wollte, musste bis 10.1.35 seine Post mit Saarmarken zum saarländischen Auslandstarif  frankieren. Erst ab 10.1.35 war es möglich, mit schwedischen Marken frankierte Briefe zum schwedischen Inlandsporto zu versenden.