Titel

Schon immer war für die Menschen die schnelle Übermittlung von Nachrichten wichtig. Denken wir nur an den Boten, der 490 v. Chr. die 40 km von Marathon nach Athen rannte, um den Sieg über die Perser zu verkünden und danach an Erschöpfung verstarb.
Über die folgenden Jahrhunderte versuchte man mit Brieftauben Nachrichten zu übermitteln.
Die erste offizielle Postbeförderung durch die Luft war die Ballonpost während der Belagerung von Paris 1870 - 71.
Mit der Weiterentwicklung der Flugzeuge nahmen auch die Versuche zu, Post per Flugzeug zu befördern.
Diese Veranstaltungen waren meist privater Natur.

 

Es gab es in Deutschland bereits mehrere private Postbeförderungen mit Flugzeugen, ohne Genehmigung der Post.Die erste Veranstaltung dieser Art wurde am 13. November 1911 in Berlin durchgeführt. Bei der Veranstaltung Flug um Berlin wurden Postkarten für Sammler auf den Flug mitgenommen. Die zweite Veranstaltung dieser Art war ein Flug über acht Kilometer zwischen den Orten Bork und Brück. Bei dieser Flugveranstaltung wurden erstmals Flugmarken ausgegeben. Sie dienten ausschließlich zur Finanzierung der Veranstaltung und hatten keinen postalischen Wert. Ähnliche Vignetten wurden beim Margaretenvolksfest in Leipzig verwendet und beim Flug Gotha - Erfurt.

 
   

75 Jahre Bork - Brück

 

75 Jahre Gotha - Erfurt

     
Bork-Brück 75 Jahre
  Gotha 75 Jahre
     

DDR Jubiläums - Kuvert zum 75. Jahrestag

 

DDR Jubiläums - Kuvert zum 75. Jahrestag

 
 
   

18. Mai 1912

 
     
Margaretenfest
 

Es ist mir bis jetzt nicht gelungen, herauszufinden, um was für eine Veranstaltung es sich bei diesem Volksfest handelte. Wenn jemand dazu Angaben machen kann, so wäre ich sehr erfreut, wenn ich dies erfahren könnte. Über Kontakt in der linken Spalte oben kann man mich per Mail erreichen.

     

Die Inschrift des Stempels lautet: Margaretenvolksfest am 18. Mai 1912

 
 
 
   

Mannheim - Heidelberg 19.5.1912

 

Bildseite Mannheim - Heidelberg 19.5.1912

     
Heidelberg
  Rückseite
     

Am 19. Mai 1912, fand der erste offizielle Postflug der Deutschen Reichspost zwischen Mannheim und Heidelberg statt.

 

Allerdings wurde die meiste Post nicht, wie vorgesehen, mit dem Luftschiff, sondern auf dem herkömmlichen Wege befördert.

 
 
   

München 12.12.1912

 

Bildseite

     
München 12.12.12   Rückseite
     

Neben der 25 Pf Marke links oben folgender Text:
"Zur Förderung der Luftfahrt u. zum Besten des Jugend-Fürsorge-Verbandes unter dem Protektorate S. K. H. des Prinzen Ludwig von Bayern". (S. K. H. = Seiner Königlichen Hoheit)

 

Offenbar war man in Bayern nicht nur an der Postbeförderung per Flugzeug interessiert, man machte sich auf der Bildseite dieser Flugpostkarte auch schon Vorstellungen, wie die Personenbeförderung in der Luft aussehen könnte. Wie ich finde, eine nette Idee.

 
 

Mit Genehmigung des Reichs - Postamtes vom 01.06.1912 wurde im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung eine Luftpostbeförderung mit Zeppelin und Flugzeug und halbamtlichen Flugpostmarken genehmigt.
Die "Flug - Postkartenwoche am Rhein und am Main" fand vom 9. bis 23. Juni 1912 statt. Die Schirmherrschaft übernahmen Großherzog Ernst Ludwig und Großherzogin Eleonore von Hessen und bei Rhein. Der Erlös ging an die Großherzogliche Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen. Die Flugpostbeförderung fand durch das Luftschiff Schwaben und das von August Euler gebaute Flugzeug Gelber Hund statt. Um die Karten befördern lassen zu können, mussten sie mit halbamtlichen Wertzeichen, sogenannten Flugmarken, versehen werden. Obwohl diese keinen postalischen Wert hatten, sondern vom Veranstalter ausgegeben wurden, erhielten sie eine postamtliche Entwertung. Allerdings waren dabei Unstimmigkeiten aufgetaucht, für eine kurze Zeit durften diese Marken nicht gestempelt werden, nur die Germania Marke, die für die normale Frankatur nötig war, trägt einen Poststempel.
Am 10. Juni 1912 flog Ferdinand von Hiddessenmit einem Doppeldecker der Marke Euler, welcher wegen seiner gelben Tragflächen „Gelber Hund“ genannt wurde, von Frankfurt - Niederrad mit 40 Kilogramm Postsendungen nach Darmstadt. Dort fand ein Postaustausch statt und Hiddessen flog jetzt mit 79 kg Postsendungen nach Worms weiter. Dieser Flug mit dem Gelben Hund gilt als einer der ersten amtlichen Postflüge weltweit und bildete den Auftakt zur Flugpostwoche, die in Worms, Darmstad, Frankfurt am Main, Mainz und Offenbach stattfand. Sie gilt als eine der ersten Flugveranstaltungen mit amtlicher Luftpostbeförderung.
Ausführliche Informationen hier
Nach vorherigen Versuchen von Flugpostbeförderungen in den Jahren 1909, 1911 und 1912 war die Flugpost am Rhein und am Main die erste, bei der es zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Reichspost und dem Veranstalter unterr Mitwirkung der DELAG (Deutsche Luftschifffahrts- Aktiengesellschaft) gekommen war.
Der eigentliche, planmäßige Luftpostdienst in Deutschland wurde erst sieben Jahre später, am 6. Februar 1919, mit der Inbetriebnahme der regulären Luftlinie Berlin - Weimar eröffnet.


   
     

"Gelber Hund" Darmstadt 19.6.1912

 

Rückseite

     
Gelber Hund
  Rückseite
     

Links die halbamtliche Flugpostmarke mit dem Schrägaufdruck "Gelber Hund", so wurde das Flugzeug des Leutnants von Hiddesen wegen seiner gelben Tragflächen genannt.

 

Der gedruckte Text ist lesbar.
Der mit Bleistift geschriebene Text lautet:
Zur Erinnerung an den ersten Flugversuch des Schneiders von Ulm 31. Mai 1811

 
 
   

Darmstadt 12.6.12

 

Bildseite

     
Familie
  Bild
     

Ein als Symbol der Flugpost im Licht der aufgehenden Sonne über den Wolken schwebender Phantasievogel, so wurde das Bild der Flugpostmarke von Zeitgenossen beschrieben.

 

Die Großherzogliche Familie Ernst-Ludwig mit Gattin und Kindern

 
     

Worms 13.6.12

 

Bildseite

     
Worms
  Herzogin
     

Die Karte ist nur mit der Flugpostvignette frankiert, es fehlt die eigentlich für die Beförderung erforderliche 5 Pfennig Germania

 

Die Großherzogin Eleonore von Hessen und bei Rhein

 
     

Darmstadt 21.6.12

 

Rückseite

     
21.6.1912   Rückseite
     

10 Pfennig Flugpostvignette und 5 Pfennig Germania

 

Text nur: Darmstadt 21. Juni 1912

 
     

Frankfurt 12.6.1912

 

Rückseite mit Text

     
Frankfurt 12.6.1912   Rückseite
 

Dieser Absender hat offensichtlich schon eine Karte mit dem Flugzeug "Gelber Hund" an die gleiche Adresse geschickt. Siehe die II auf der Rückseite oben links.
Dann spielt er auf die unterschiedlichen Portostufen an. Für die Postkarte, die mit dem Flugzeug befördert werden sollte, wurde ein Zuschlag von 1 Mark erhoben. Die "Schwaben" macht es billiger, hier kostet der Zuschlag nur 10 Pfennig.

Und dieses ist derselbe Zimmt,
Nur die Beförderung übernimmt
In diesem Fall das Luftschiff Schwaben
Wenn von Hiddessen ist nicht zu haben.
Auch billiger es die Schwaben macht,
Das kommt sehr häufig in Betracht
Wenn der Bestand wird klein u. kleener
Und man nur hat bloß noch 'nen Zehner
Als Porto, um wen zu beglücken
Mit einem Brief, Freund Du mußt schicken.

 
     

Offenbach 12.6.12

 

Rückseite

     
Offenbach 12.6.1912   Rückseite

10 Pfennig Flugpostvignette und 5 Pfennig Germania

 

Text: Zur Erinnerung an die Luftpost

 
     

Am 6.2.1919 wurde mit Inbetriebnahme der Strecke Weimar - Berlin die Luftpostbeförderung offiziell eingeführt.

 

Weimar - Berlin 6.2.1919

 

Weimar - Berlin 6.2.1969

 
Weimar Erstflug DDR 100 Jahre Luftpost
     

Die Geschichte der zivilen Luftpost in Deutschland begann am 6. Februar 1919. Von diesem Tag an starteten zweimal täglich Flugzeuge in Berlin-Johannisthal, um Postsendungen – vor allem Zeitungen – von der Hauptstadt zum Tagungsort der verfassunggebenden Nationalversammlung in Weimar zu transportieren.

 

Anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme des amtlichen zivilen Postverkehrs in Deutschland hat die DDR - Post mit der Interflug (der DDR Luftlinie) diesen Gedenkflug veranstaltet.

 
     

Weimar 6.2.1919

 

Bildseite

     
Nationalversammlung   Bildseite<
     

Nach den Wahlen vom 19. Januar trat die Nationalversammlung am 6. Februar 1919 in Weimar zusammen. Wegen der Nachwirren der Revolution war in Berlin ein ungestörtes Arbeiten der Nationalversammlung an einer neuen Verfassung nicht gegeben.

 

Die Bildseite der Postkarte zeigt das Hoftheater in Weimar, in dem die Deutsche Nationalversammlung tagte.

 
     

Weimar 21.8.1919

 

Nationaltheater Weimar

     
Vereidigung Friedrich Ebert   Bildseite
     

Am 11. Februar war Friedrich Ebert zum ( vorläufigen ) Reichspräsidenten gewählt worden.
Am 21.8.1919 wurde er vereidigt. Rechts seine Dankesworte.

 

Ich danke ihnen von ganzem Herzen für die freundlichen Worte, die sie an mich gerichtet haben. Ich danke ihnen ganz besonders dafür, daß sie in ihren Worten Erinnerungen an unsere gemeinsame, engere, liebe Heimat mitklingen ließen. Meine Damen und Herren. Sie vertreten alle Gaue Deutschlands. Das aber müssen wir uns erhalten, wenn wir unser Vaterland auf Grundlagen aufbauen wollen, die unverkennlich und unzerstörbar sein sollen. Die innige Liebe zur Heimat, zum Volksstamm, dem der einzelne entsprossen ist, und dazu soll kommen die heilige Arbeit am Ganzen, daß sie in Dienst stellen in die Interessen des Reichs. Da löst sich der Widerspruch zwischen Gesamtstaat und Einzelstaat, da in der engeren Heimat liegt die Quelle unserer Kraft, in der weiteren, in der großen Heimat das Ziel und der Kern unserer Arbeit. in diesem Geiste lassen sie mich zu meinem Teil die Verfassung halten, vertiefen und schützen. Das Wesen unserer Verfassung soll vor allem Freiheit sein. Freiheit für alle Volksgenossen. Aber jede Freiheit, an der mehrere teilnehmen, muß ihre Satzung haben. Diese haben Sie geschaffen, gemeinsam wollen wir sie festhalten. Aus Ihrem Vertrauen bin ich an die erste Stelle im deutschen Reich gestellt worden. In Ihrer Hand habe ich das Gelöbnis abgelegt, die von ihnen für das deutsche Volk geschaffene Verfassung treu zu wahren. Ihr Vertrauen wird mir die Kraft geben, immer der erste zu sein, wenn es gilt, Bekenntnis und Zeugnis abzulegen für den neuen Lebensgrundsatz des deutschen Volkes, für Freiheit, Recht und soziale Wohlfahrt.

 
     

Abgeordnetenpost Weimar - Berlin vom 15.7.1919

 
Abgeordnetenbrief  

Diese Flugpostverbindung konnte vorerst ausschließlich von den Abgeordneten der Nationalversammlung in Anspruch genommen werden, die wegen der revolutionären Lage in Berlin in die damalige thüringische Hauptstadt ausgewichen war. Wenige Monate später wurde diese Flugpostlinie auch für die Öffentlichkeit freigegeben.

Der Adressat dieses Briefes, der Chemiker Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Semmler, wurde als Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) bei der Wahl am 19. Januar 1919 für den Wahlkreis Breslau in die Weimarer Nationalversammlung gewählt, der er bis zum Zusammentritt des ersten Reichstages der Republik im Juni 1920 angehörte.
Bei dieser Wahl 1919 hatten Frauen in Deutschland das erste Mal das aktive und passive Wahlrecht.

     
   

Rückseite des Briefes

 
 
Rückseite